CED EU Info 2015/04 DE


Ausgabe 4 - Dezember 2015

 

Kreislaufwirtschaft: Vorschlag könnte zu höherem Verwaltungsaufwand für Zahnärzte führen

EU-Politiker fordern die Bürger zur Umstellung auf eine Kreislaufwirtschaft auf. Das bedeutet die Umstellung auf ein Konzept, bei dem Abfälle gezielt vermieden und verwertet werden. Das Nebenprodukt eines Industriezweigs kann zum Rohmaterial eines anderen Industriezweigs werden. Die Natur kennt keinen Abfall, und alles wird wiederverwendet. Der Mensch ist die einzige Spezies, die Abfall produziert und entsorgt, anstatt ihn wiederzuverwenden.


Zur Erleichterung dieses Übergangs hat die Kommission mehrere Legislativvorschläge sowie einen umfassenden Aktionsplan mit einem konkreten Mandat für die Amtszeit dieser Kommission vorgelegt. Mit dem am 2. Dezember verabschiedeten "Paket zur Kreislaufwirtschaft" soll der gesamte Lebenszyklus von Produkten abgedeckt werden: Von Produktion und Verbrauch bis zur Abfallbewirtschaftung und dem Markt für Sekundärrohstoffe. Es berührt mehrere Politikbereiche: Abfall, Verpackung und Verpackungsabfälle, Deponieabfälle sowie Elektro- und Elektronikaltgeräte.

Der CED beabsichtigt, über seine Arbeitsgruppe Infektionskontrolle und Abfallmanagement an dem gesetzgebenden Prozess mitzuwirken. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. John Tzoutzas wird die Arbeitsgruppe die Auswirkungen dieser Legislativvorschläge beobachten, insbesondere die Änderungen der Abfallrichtlinie, und die einzelne Zahnärzte über eine bessere Abfallbewirtschaftung informieren.

Bestimmte Materialien werden von Zahnarztpraxen bereits einer Rückgewinnung zugeführt, allerdings kann noch mehr getan werden, wie die Arbeitsgruppe feststellt. Jede Zahnarztpraxis kann dieselben Produkte wieder verwerten wie die Bürger es tun (z.B. Papier-, Kunststoff- und Glasabfälle). Auf der Vollversammlung im November rief Prof. Dr. Tzoutzas die nationalen Zahnarztverbände und -kammern dazu auf, ihre Mitglieder stärker für die Wiederverwertung dieser häufig vorkommenden Abfallarten zu sensibilisieren.

Der Vorschlag könnte zu höherem Verwaltungsaufwand für Zahnärzte führen. Sie werden möglicherweise ihr Verhalten im Umgang mit Abfall verändern müssen, insbesondere bei der Meldung von gefährlichen Abfällen. So legt beispielsweise Artikel 35 des Vorschlags zur Änderung der Abfallrichtlinie die Einrichtung eines elektronischen Registers fest, um für das gesamte geografische Gebiet des betreffenden Mitgliedstaates Daten über gefährliche Abfälle zu erfassen. Die Berichterstattung kann auf andere Abfallarten ausgeweitet werden. Diese Thematik wird in den kommenden Monaten von der Arbeitsgruppe weiter erörtert.

Weitere Informationen zur Kreislaufwirtschaft finden Sie unter http://ec.europa.eu/environment/circular-economy/index_en.htm


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